Auf eine oft übersehene Erkrankung machten Fachleute zuletzt im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) aufmerksam: auf das sogenannte "Steife Herz". Nach Angaben von ÖKG-Präsidentin Prof. Irene Lang dürfte rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche an dieser Erkrankung leiden. Das "Steife Herz", von dem Frauen rund doppelt so oft betroffen sind wie Männer, wird auch als diastolische Herzinsuffizienz bezeichnet. In der Regel nimmt dabei die Gewebemasse der linken Herzkammer zu, was zu vermehrter Steifigkeit der Kammer und verminderter Dehnungsfähigkeit führt.
"Besonders problematisch ist, dass das 'Steife Herz' eine bislang wenig bekannte, wissenschaftlich noch nicht ausreichend untersuchte Form der Herzschwäche ist: ein Stiefkind der modernen Forschung, Diagnostik und Therapie", betont Lang. Trotz Untersuchungen werde es häufig nicht erkannt. Die heimischen Kardiologinnen und Kardiologen haben die Erkrankung aus diesen Gründen zum Schwerpunktthema der heurigen Tagung gemacht. "Es geht uns darum, auf eine sehr gefährliche, häufige und wenig bekannte Erkrankung hinzuweisen, die überwiegend Frauen betrifft", fasst Lang zusammen.


